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Leitmerkmalmethode - das KIM-Instrument

Eine kurze Einführung in die Methode

Die Leitmerkmal-Methode (engl. Kurzbezeichnung KIM: Key Indicator Method) wurde für die Risikoabschätzung auf Prüfungsebene bei der manuellen Handhabung von Lasten (MHL) entwickelt.

Zwei verschiedene Arbeitsblätter sind verfügbar, und zwar für

Heben, Halten, Tragen und
Ziehen, Schieben

Verantwortlich für die Entwicklung


Das Verfahren wurde von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und dem Länderausschuss für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik (LASI) in enger Kooperation mit Praktikern, Sicherheitsvertretern, Betriebsärzten, Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbänden, Berufsgenossenschaften und wissenschaftlichen Instituten entwickelt.

Eine erste Fassung wurde im Jahr 1996 veröffentlicht, auf deren Grundlage ein fünfjähriges wissenschaftliches und Benutzertestprogramm durchgeführt wurde.
Die darauf aufbauenden heute verfügbaren Versionen wurden in den Jahren 2001 und 2002 veröffentlicht.

Konzeption


Nachfolgend einige Grundzüge des Verfahrens:
  • Aufgabenbeschreibung und Beurteilung werden getrennt. Die Aufgabenbeschreibung findet auf objektiver Ebene, ohne Bewertung statt. Damit bleibt die Aufgabenbeschreibung bestehen, auch wenn sich die Einzelheiten des Risikoabschätzungsverfahrens in der Verordnung ändert.

    • Die Aufgabenbeschreibung beschränkt sich auf sogenannte Leitmerkmale, es werden nicht alle Einzelheiten aus dem Anhang 1 der Richtlinie des Rates detailliert betrachtet. Dennoch werden alle Themenbereiche aus Anhang 1 indirekt durch die Leitmerkmale abgedeckt. Alle Themen werden in verschiedenen Stufen bewertet, von minimal bis maximal. Der Anwender benötigt keine genauen Messungen. Es gilt der Grundsatz einer "kalkulierbaren Unschärfe".
    • Die Risikoabschätzung basiert auf einem Dosismodell: Dauer und Intensität gehen dabei multiplikativ in die Beurteilung ein. Dabei werden biomechanische, metabolische und individuelle Aspekte berücksichtigt. Das gleiche Prinzip wird für alle Formen körperlicher Arbeitsbelastungen angewendet.

  • Die Leitmerkmalmethode für Heben, Halten und Tragen sowie für Schieben und Ziehen sind Bestandteil eines Systems für möglichst alle Arten der körperlichen Arbeitsbelastung, so sind weitere Arbeitsblätter in der Entwicklung, die repetitive manuelle Abläufe, hohe Aktionskräfte, eingeengte Körperhaltungen sowie Körperbewegungen ohne manuelle Handhabung von Lasten abdecken.
  • Die Leitmerkmalmethode lässt sich in das betriebliche Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagement integrieren und kann ebenso bei betriebsepidemiologische Studien eingesetzt werden.
  • Es gibt eine Weiterentwicklungsvereinbarung für alle Benutzer.

Benutzerzielgruppe


  • Arbeitgeber und deren Vertreter: Technologen, Ergonomen, Planungsingenieure, Personalplaner, Vorarbeiter
  • Arbeitnehmer und deren Vertreter
  • Sicherheitsbeamte, Sicherheitsfachkräfte, Betriebsärzte
  • Inspektoren

Qualität der Methodologie


Zuverlässigkeit, Gültigkeit und Konsistenz sind sichergestellt. Potentielle Beurteilungsfehler bei der Anwendung der Leitmerkmalmethode wurden im Rahmen der Erprobung identifiziert und die Anweisungen so formuliert, dass die Wahrscheinlichkeit von Fehlinterpretationen minimiert ist.

Nützliche Links


Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Länderausschuss für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik
Lern- und Lehrinstrument Rückenkompass

Weiterführende Literatur



  • Steinberg, U.; Caffier, G.; Mohr, D.; Liebers, F.; Behrendt, S.: Modellhafte Erprobung des Leitfadens Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der manuellen Handhabung von Lasten. Bremerhaven: Wirtschaftsverl. NW 1998. (Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: Forschung, Fb 804)
  • Steinberg, U.; Behrendt, S., Bradl, I.; Caffier, G.; Gebhardt, Hj.; Liebers, F.; Müller, B.H.; Schäfer, A.; Schlicker, M.; Schulze, J.: Erprobung und Evaluierung des Leitfadens Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der manuellen Handhabung von Lasten. Bremerhaven: Wirtschaftsverl. NW 2000. (Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: Forschung, Fb 897)
  • Jürgens. W.W.; Mohr, D.; Pangert, R.; Pernack, E.; Schultz, K.; Steinberg, U.: Handlungsanleitung zur Beurteilung der Arbeitsbedingungen beim Heben und Tragen von Lasten. LASI Veröffentlichung 9. Hrsg. Länderausschuss für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik. 4. Überarbeitete Auflage 2001
  • Jürgens. W.W.; Mohr, D.; Pangert, R.; Pernack, E.; Schultz, K.; Steinberg, U.: Handlungsanleitung zur Beurteilung der Arbeitsbedingungen beim Ziehen und Schieben von Lasten. LASI Veröffentlichung LV29. Hrsg. Länderausschuss für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik. 2002
  • Steinberg, U.; Caffier, G.; Liebers, F.: Assessment of Manual Material Handling based on Key Indicators – German Guidelines. In: Handbook of Standards in Ergonomics and Human Factors. Ed. by W. Karwowski. Lawrenz Erlbaum Associates. Mahwah, New Jersey, London 2006. S. 319-338




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Schnelle Links
Richtlinie 90/269/EWG des Rates vom 29. Mai 1990 über die Mindestvorschriften bezüglich der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes bei der manuellen Handhabung von Lasten

Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz

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